Samstag, 2. Dezember 2017

Erntekalender November - März



Im Supermarkt gibt es das ganze Jahr hindurch eine große Auswahl an importiertem Obst und Gemüse. Doch selbst, wenn Bananen und Mandarinen lose angeboten werden, tragen sie doch einen unsichtbaren Verpackungs- und CO2-Rucksack mit sich. Während es vom Frühsommer bis in den Spätherbst noch relativ einfach ist, auf das heimische Angebot zurückzugreifen, so wird es spätestens ab November schwieriger. 
Wir haben bereits im Vorjahr versucht, allein mit regionalen Produkten durch den Winter zu kommen, und mußten uns eingestehen, dass wir keine Ahnung hatten, welches Obst und Gemüse die heimische Landwirtschaft in diesen Monaten anbieten kann. Aufgrund des heute immer verfügbaren unbegrenzten Angebotes ist uns das Wissen um die verschiedenen Erntezeiten abhanden gekommen. Tatsächlich hat auch die kalte Jahreszeit so manches zu bieten:

November

Äpfel, Birnen
Blattspinat, Endiviensalat, Karotten, Kartoffel, Kohlsprossen, Kürbis, Lauch, Rotkohl, Schwarzwurzeln, Sellerie, Weißkohl, Wirsing

Dezember

Äpfel
Chicoree, Chinakohl, Grünkohl, Karotten, Kartoffel, Kohl, Kohlsprossen, Lauch, Sellerie, Wirsing

Jänner

Äpfel
Chicoree, Chinakohl, Grünkohl, Karotten, Kartoffel, Schwarzwurzeln, Sellerie, Wirsing

Februar

Äpfel
Chicoree, Chinakohl, Grünkohl, Kartoffel, Lauch, Rotkohl, Weißkraut, Wirsing

März

Äpfel
Blattspinat, Kartoffel, Radieschen, Rotkohl, Weißkohl

Die anfängliche Ratlosigkeit der Mama, welche Gerichte sich mit dem Wintergemüse zaubern ließen, hat sich zum Glück gelegt. Unser Speiseplan ist heute facettenreicher, da er sich am heimischen Erntekalender orientiert. Und für die kleinen Gemüseverweigerer gibt es besonders in der kalten Jahreszeit regelmäßige Gemüsecremesuppen, die mit fantastischen Bezeichnungen wie "Hexensuppe" auch ganz bestimmt schmecken.

Samstag, 18. November 2017

Vorbereitung auf müllfreie Weihnachten


Zwar ist noch nicht einmal Advent, doch die Erfahrungen vom Vorjahr haben uns gezeigt, dass eine müllfreie und im wahrsten Sinne des Wortes "unbeschwerte" Weihnachts- und Vorweihnachtszeit nur mit einigen Vorbereitungen gelingen kann. Denn schließlich soll mit Verwandten und Freunden gefeiert werden, die womöglich ein anderes Konsumverhalten gewohnt sind.

Adventkalender

Es genügt nicht, einen wiederbefüllbaren Adventkalender für die Kinder zu besorgen, und ihn mit unverpackten Naschereien zu befüllen. Mama und Papa haben heuer auch daran gedacht, die Großeltern schon im November zu bitten, dieses Jahr für die Kinder doch bitte keine vier Stück konventionelle Schokoadventkalender zu besorgen. Alleine dadurch ersparen wir uns eine Menge Plastikmüll!

Spielzeug für die Kinder

Dank des Aufklebers auf unserem Postkasten bleiben wir vor  Spielzeugkatalogen, die in der Vorweihnachtszeit üblicherweise sehr zahlreich zugeschickt werden, verschont. Mit dem angenehmen Effekt, dass unsere Kinder tatsächlich wunschlos glücklich sind, und garnicht recht wissen, was ihnen das Christkind bringen soll. Im Vorjahr hatte die Mama den Fehler gemacht, einen Spielzeugkatalog mit nach Hause zu nehmen, und schon nach kurzem Durchblättern begannen die Kinder darüber zu jammern und zu streiten, welche Spielsachen sie unbedingt bräuchten. Die Wunschliste wurde immer länger und eigentlich blieb am Schluß ein großes Gefühl der Unzufriedenheit. Dieses Jahr bewahren wir uns unsere innere Mitte! Wir Eltern hoffen, dass auch die Verwandtschaft unseren Wunsch nach kleinen Geschenken, nach Nützlichem (z.B. Winterstiefel) oder Ausflügen (Kasperltheater, Kindermuseum usw.) respektiert.

Wichteln für die Großen

In unserer großen Verwandtschaft haben sich früher auch die Erwachsenen gegenseitig beschenkt. Ein passendes Präsent für jedes Familienmitglied zu finden war oft schwierig und ausgedehnte Shoppingtouren bedeuteten Streß, der keinen Raum für Besinnlichkeit ließ. Ganz zu schweigen von den vielen unnützen Verlegenheitsgeschenken, die dabei regelmäßig anfielen. Seit dem Vorjahr wird gewichtelt, und zwar schon im November: Jeder zieht einen Namen und beschenkt somit nur einen Erwachsenen. Folglich bleibt viel Zeit und Energie für eine sorgsam und liebevoll ausgewählte Überraschung, die im Idealfall keinen Abfall hinterläßt (z.B. Einladung zum Konzert oder Gutschein für einen Workshop).

Die ersten Vorbereitungen haben wir also getroffen. Den nächsten Wochen sehen wir entspannt entgegen, denn bei einer weitestgehend konsumfreien Advent- und Weihnachtszeit hat Hektik keine Chance!

Sonntag, 5. November 2017

Rezept: Karamellaufstrich selber machen


Unsere Kinder empfinden den Zero Waste Alltag, der für sie längst zur Normalität geworden ist, nie als Einschränkung. Voraussetzung ist natürlich, dass auch dem Genuss der gebührende Platz eingeräumt wird. Aus diesem Grund gibt es in unserer Familie, wie auch in vielen anderen, hin und wieder süße Brotaufstriche. Da die im Handel erhältlichen Produkte nicht nur aufgrund ihrer Zutaten (z.B. Palmöl) wenig nachhaltig sind, bevorzugen wir das folgende Rezept:

Zutaten
süße Creme - schnell eingekocht

5 gehäufte EL Zucker
125 g Butter
200 ml Schlagobers
1 TL Vanillezucker
1 Prise Salz

Rezept

  • den Zucker in einem Topf bei mittlerer Hitze leicht karamellisieren lassen
  • Butter zufügen und rühren
  • Schlagobers, Vanillezucker und Salz beigeben und ca. 10-20 min unter ständigem Rühren einkochen lassen
  •  wenn die Mischung zähflüssig ist, in Gläser füllen und über Nacht kühl stellen

Eine Warnung vorweg: Mit Karamell zu arbeiten ist nicht immer einfach. Vielleicht nimmt die Masse keine Karamellfarbe an, bleibt aus unerfindlichen Gründen gelb und wird somit eben ein feiner Vanilleaufstrich. Am besten gleich nochmal von vorne anfangen, beim zweiten Versuch gelingt es erfahrungsgemäß!

Die Creme eignet sich übrigens auch zum Füllen von Keksen oder als exquisites Gastgeschenk.

Samstag, 28. Oktober 2017

Halloween und Allerheiligen


ALLERHEILIGEN, und somit auch der Besuch der Gräber steht bevor. Während der Grabschmuck ohnehin aus Blumen, Ästen, Zapfen oder anderen Naturmaterialien bestehen kann, gilt das für die Grabkerzen leider nicht. Üblicherweise ist das Gehäuse, das die Flamme im Freien vor dem Wind schützt, aus Plastik und kann nach einmaligem Gebrauch nicht wieder verwendet werden. Wir haben daher im Vorjahr noch einfache Windlichter aus Glas benutzt, und die Kerzen darin immer wieder ausgetauscht. Doch die österreichische Firma Jeka bietet auch wiederverwendbare Grabkerzen an: Das Gehäuse besteht aus Glas, der Deckel wie üblich aus Metall. Die Kerzen sind nicht im Gehäuse fixiert und können somit bei Bedarf problemlos durch neue ersetzt werden. Bei den Nachfüllpackungen sind mehrere Stück Kerzen zum Glück nicht in Plastikfolie eingeschweißt, sondern - konsequenterweise! -  in einen dünnen Karton verpackt.  

Beim Thema HALLOWEEN sind die Meinungen oft geteilt. Mama und Papa können diesem Fest, das nach unserer Ansicht vorallem  den Konsum weiter ankurbelt, garnichts abgewinnen. Doch auch an unserem Haus läuten alljährlich Nachbarskinder um "Süßes oder Saures" zu erbetteln. Mama würde gerne einen Zettel mit der Aufschrift "Wir feiern kein Halloween" an die Haustüre kleben, aber unser Teenie findet das urpeinlich. Doch massenweise plastikverpackte Süßigkeiten kaufen, auf die wir selbst aus Überzeugung schon seit längerem verzichten, das wollen wir natürlich auch nicht. Daher werden wir die kleinen und größeren Hexen, Vampire und Monster diesmal mit saftigen Bioäpfeln empfangen! So können wir unseren guten Willen zeigen und trotzdem unseren Prinzipien treu bleiben. Dennoch bleibt zu befürchten, dass unsere Große auch diese Aktion ziemlich uncool finden wird...

Samstag, 21. Oktober 2017

Impressionen: Spielzeug aus Filzresten


Vor kurzem stand Nesthäkchens zweiter Geburtstag an, und zu diesem Anlass musste es auch Geschenke geben.  Mama und Papa beschränken sich üblicherweise auf Notwendiges oder Spielsachen aus zweiter Hand, aber natürlich wollen auch Großeltern, Onkel und Tanten dem jeweiligen Geburtstagskind einen Freude machen, die meist nicht Zero-Waste verträglich ist. Daher war diesmal das Geschenk von Tante Nina ein echtes Highlight: Sie hatte eine komplette Ausrüstung für den Kaufmannsladen aus Filzresten selbst genäht und gebastelt. Nichts Neues gekauft - Filzreste verwertet - und dem Nesthäkchen eine riesen Freude beschert! Hier sind nun ein paar Impressionen davon, was sich mit ein wenig Hingabe, einigen Scherenschnitten und geraden Nähten schaffen lässt:




Früchtetee oder Kräutertee gefällig?






Schmetterlingsnudeln schnell gemacht: Streifen aus gelbem Filz schneiden und in der Mitte mit einem Faden abbinden






Ice Ice Baby...









unwiderstehliche Schoki: vierfach gefaltet und anschließend abgesteppt







unverpackter Käse aus der Region: zwei Lagen Filz, Löcher ausschneiden und einmal rundherum nähen






Süßes ohne Ende: die Zuckerl lassen sich mit Nassfilzen schnell selber machen




Der absolute Favorit unserer Jüngsten sind übrigens die Eislutscher, die sie auch manchmal mit in die Kinderkrippe nimmt, um sie mit ihren kleinen Freunden zu teilen.

Samstag, 7. Oktober 2017

Die Wahrheit über Glaspfand-Verschlüsse

 

Es ist ein gutes Gefühl, verpackungsfrei einzukaufen. Bei den meisten Produkten ist es garnicht notwendig, dass sie fertig abgepackt verkauft werden. Doch bei Milchprodukten gibt es keine Alternative. Zum Glück haben wir mehrere Anbieter in der näheren Umgebung, die Milch, Topfen, Joghurt und Sauerrahm im Pfandglas anbieten. Somit fällt auch hier kein Müll an - hatten wir gedacht! Doch leider sieht die Wahrheit anders aus.
 
Metallverschluss
Auf Nachfrage bestätigten uns die Milchbauern, dass sie die Verschlüsse - egal ob aus Plastik oder Metall - aus hygienischen Gründen nicht wiederverwenden dürfen. Laut Umweltberatung Wien gibt es keine Vorschrift, die eine Wiederverwendung verbieten würde. Offenbar ist es jedoch in der Praxis schwer durchführbar, einen gebrauchten Verschluss so gründlich zu reinigen, dass er die selben hygienischen Anforderungen erfüllt wie ein neuer Verschluss. Doch auch wenn die gebrauchten Verschlüsse im Müll landen, werden ja zumindest die Glasflaschen selbst wiederverwendet. Somit ist das Pfandflaschensystem nach Meinung der Umweltberatung in Summe ein sehr umweltfreundliches Verpackungssystem.

Wenn die Verschlüsse ohnehin entsorgt werden, welchem Material ist dann der Vorzug zu geben - Plastik oder Metall? Es gibt offensichtlich keine genaue Ökobilanz zu dieser Frage. Prinzipiell sind beide Verschlussarten recycelbar, beim Metallverschluss jedoch nur der Metallanteil. Tendenziell - und das mag überraschen - kann der Plastikverschluss positiver bewertet werden, auch wegen des niedrigen Energieaufwands in der Produktion. Zwar hat Plastik, wie allgemein bekannt, viele Nachteile, allerdings befindet sich auch an der Innenseite des Metallverschlusses eine Kunststoffschicht.


Plastikverschluss
Bisher hatten wir die Pfandgläser mit Plastikkappe gemieden, zumal diese nach einmaligem Öffnen meist ganz offensichtlich beschädigt sind. Die Metallverschlüsse wirken doch langlebiger, sodass wir zumindest hoffen konnten, dass sie nochmals verwendet würden. Nun ja, vollständig zero waste ist unsere Milch also nicht, auch wenn wir es gerne geglaubt hätten. Unser (fast) müllfreier Alltag ist somit um einen kleinen Kompromiss reicher.

Samstag, 30. September 2017

Rezept: Hagebuttentee selber machen

 

Die Hagebutte ist ein wertvoller Vitamin C-Lieferant, aus dem sich ein bekömmlicher Tee aufbrühen lässt. Wer jetzt im Frühherbst erntet, kann sich mit geringem Zeitaufwand einen Vorrat für den ganzen Winter anlegen. Der selbstgemachte Hagebuttentee schmeckt milder und naturbelassener als die herkömmliche Alternative aus dem Handel. Von unseren Kindern wird dieser Tee gut angenommen, besonders wenn er mit einem Löffel Honig gesüßt ist.

Vorratshaltung

  • Die Hagebutten unter fließendem Wasser abschwemmen und anschließend abtrocknen.
  • Die beiden Enden, Blüten- und Stielansatz, mit einem scharfen Messer entfernen.
  • Die Früchte in der Küchenmaschine oder einem starken Mixer zerkleinern und auf ein Backblech verteilen.
  • Trocknen: wenn die letzten heißen Tage noch nicht vorüber sind, genügt es, die zerkleinerten Früchte auf einem dunklen Backbleck einige Stunden in die Sonne zu stellen. Durch das heiße Blech und die Sonnenbestrahlung trocknen die Früchte rasch.
    Alternativ kann auch im Backrohr bei 60°C Heißluft getrocknet werden. Hierbei einen Kochlöffel in die Backrohrtüre klemmen, damit die Feuchtigkeit entweichen kann.
 
Zubereitung

2 kleine TL Hagebutten in ein  feinlöchriges Tee-Ei, mit kochendem Wasser übergießen und 10 Minuten ziehen lassen. Die Öffnungen des Tee-Eis müssen deshalb möglichst klein sein, um die Härchen der Hagebutten zurückzuhalten.


Beim Verarbeiten der frischen Hagebutten sollte bedacht werden, dass eben aus diesen Früchten auch Juckpulver hergestellt werden kann. Zum Glück hatten mich die Kinder rechtzeitig darauf hingewiesen, weshalb ich entsprechend sorgsam vorging.
Das Juckpulver haben sich unsere Kinder dann selbst in der Sandkiste gemacht...