Samstag, 16. September 2017

Zero Waste Schulbeginn

 

Den Schulstart müllfrei zu bewältigen ist eine Herausforderung. Wie so oft lief es bei uns auch hierbei wieder auf einen Kompromiss hinaus - zwischen dem theoretisch Möglichen und dem (für die Kinder) Zumutbaren. Zudem hatten wir heuer mit unserem zweiten Kind einen Taferlklassler, wodurch sich auch die Frage nach der Schultüte stellte. Da allerdings unsere älteste Tochter schon vor Jahren ohne Schultüte eingeschult worden war, verzichteten wir auch diesmal gerechterweise darauf: Unsere zweite Tochter beging (nicht als einzige!) den ersten Schultag also ebenfalls ohne Schultüte, als Ausgleich luden wir die Kinder zu einem großen Eisbecher ein.
 
Weitestgehend müllfreien und nachhaltigen Schulbedarf  zu besorgen, ist nicht einfach. Dennoch fanden wir im Fachhandel zu unserer Überraschung einige ökologische(re) Produkte. Es scheint, als würde der Markt auf das zunehmend bewusstere Einkaufsverhalten mancher Kunden reagieren.
 
Zusammenfassend haben wir folgende Lösungen für unseren Zero Waste Schulstart gewählt:
 

Papier

Schulhefte aus Recycelpapier.
Statt Einlageblättern, die in eine Plastikfolie eingeschweißt sind, gibt es "Ringbucheinlagen-Blöcke", wobei die gelochten Einlageblätter wie bei einem Notizblock entnommen werden können.
Es gibt mittlerweile auch Ringordner aus recyceltem Karton.
 

Stifte

Stifte generell nicht jährlich neu kaufen, sondern weiterverwenden. Beim Neukauf auf unlackierte Farb- und Bleistifte zurückgreifen. Bei Filzstiften bietet die Firma Ökonorm sogenannte Aqua-Pens an, die mit Wasser immer wieder aufgefüllt werden können, und somit  über eine deutlich längere Lebensdauer verfügen.
 

Wasserfarben

Den Farbkasten über die Jahre weiterverwenden, bei Bedarf einzelne Farben nachkaufen. Statt einer neu gekauften Malschürze verwenden unsere Kinder alte T-Shirts als Kleiderschutz.
 

Flüssigkleber

Die Firma Ökonorm bietet Flüssigkleber aus rein pflanzlichen Inhaltsstoffen in einer 5l-Nachfüllflasche an, er ist allerdings nur online bestellbar. Alternativ dazu gibt es auch vom bekanntesten handelsüblichen Klebstoff-Anbieter eine 5l-Nachfüllflasche.
 

Klebestreifen

Wir fanden einerseits durchsichtige Kleberollen aus 100% recyceltem Plastik in einer Karton/Plastik-Verpackung,  aber auch braune Klebestreifen (Papieranteil 60%), lediglich in eine Kartonschleife verpackt.
 

Taschentücher

Auf der Bedarfsliste unserer Schulanfängerin fanden sich u.a. zwei Päckchen Taschentücher. Nach einigem Zögern fanden wir, dass Stofftaschentücher in unseren Tatütas für Kind und Lehrerin zumutbar sind.
 
Taschentüchertascherl

Küchenrolle

Auch eine Küchenrolle wurde verlangt - etwas völlig Unnötiges, das wir schon seit langem nicht mehr verwenden. Wodurch ließe sie sich ersetzen? Alte Stofftücher? Wir wollten unsere Erstklasslerin nicht in die Verlegenheit bringen, dies ihrer Lehrerin erklären zu müssen. Es kostete einige Überwindung, aber schließlich besorgten wir die geforderte Küchenrolle, die es leider nur als 6-er Packung und in Plastikfolie gibt...
 

Kommentare:

  1. Liebe Großfamilie, danke für die Tipps! Habe mich bei der Einschulung unserer großen Tochter über die gefühlte Alternativlosigkeit zu Plastikschnellheftern und Co geärgert - in Wirklichkeit habe uch nur nicht genug hinterfragt was sonst noch gehen könnte! Ich nehme mir vor das bei unseren 2018 einzuschulenden Zwillingen anders zu machen! Weiter so, toller Blog!
    Liebe Grüße Birte

    AntwortenLöschen
  2. Liebe Birte,
    die Verantwortung liegt ja nicht nur bei den Eltern. Vorallem die Schulen bzw. die Lehrer hätten die Möglichkeit, unnütze Schulmaterialien wie Klarsichthüllen oder Küchenrollen garnicht erst zu verlangen. Hier muss noch ein Umdenken stattfinden.
    Ich wünsche dir viel Glück bei der Suche nach Alternativen für deine Zwillinge!
    Viele Grüße,
    Evelyn

    AntwortenLöschen